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Wird Anthropic zum bislang wichtigsten KI-Deal für Nvidia?

Nvidia hat gerade einen weiteren Mega-Deal im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) abgeschlossen.

Nvidia hat sich als führendes Unternehmen der Datenrevolution im Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) etabliert, vor allem aufgrund der Bedeutung seiner Grafikprozessoren (GPUs). 

Die GPUs von Nvidia sind das Gehirn hinter den KI-Anwendungen, die den neuen Technologieboom vorantreiben, wie ChatGPT und ähnliche generative KI-Tools. Das Unternehmen hat schätzungsweise einen Anteil von mehr als 90 % am Markt für GPUs für Rechenzentren, wo die KI-Revolution stattfindet.

Der Erfolg des Chip-Giganten ist das Ergebnis jahrzehntelanger Planung und Investitionen, beginnend mit der Erfindung der GPU im Jahr 1999 und gefolgt von seiner CUDA-Softwarebibliothek, die die GPUs für Entwickler einfach nutzbar macht und so für Kundenbindung sorgt.

Partnerschaften und Allianzen

Seit dem anfänglichen Hype nach der Einführung von ChatGPT hat sich Nvidia jedoch auf andere Weise als Marktführer im Bereich KI etabliert. Das Unternehmen hat ein umfangreiches Netzwerk von Partnerschaften und Allianzen aufgebaut, das es mit vielen anderen Top-Akteuren im Bereich KI verbindet und deren Abhängigkeit von Nvidia verstärkt.

Dazu gehören:

  • Arm Holdings: Nvidia besitzt 1,1 Millionen Aktien von Arm und arbeitet eng mit dem Unternehmen an Produkten wie dem Arm-basierten Grace Blackwell Superchip zusammen.
  • CoreWeave: Nvidia besitzt 24,3 Millionen Aktien von CoreWeave, einer der beiden großen Neocloud- oder KI-spezifischen Cloud-Computing-Plattformen. Nvidia hat den Börsengang von CoreWeave unterstützt, und die beiden Unternehmen sind gegenseitig Kunden.
  • Nebius: Nebius ist der andere große Neocloud-Anbieter, und Nvidia hält 1,19 Millionen Aktien von Nebius. Wie CoreWeave ist auch Nebius stark von Nvidia-Hardware abhängig.
  • Intel: Nvidia überraschte den Markt, als es im September zustimmte, eine Beteiligung in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar an Intel zu übernehmen, und die beiden Unternehmen planen, bei bestimmten KI- und Personal-Computing-Produkten zusammenzuarbeiten.
  • OpenAI: Ebenfalls im September gab Nvidia eine Vereinbarung mit OpenAI bekannt, im Laufe der Zeit 100 Milliarden Dollar in das Start-up zu investieren, während OpenAI erklärte, im Laufe der Zeit mindestens 10 Gigawatt an KI-Rechenzentren mit Nvidia-Systemen einzurichten.
    Nach den Partnerschaften mit Intel und OpenAI unternimmt Nvidia nun einen großen Schritt mit einem weiteren KI-Start-up, Anthropic.

Was Nvidia mit Anthropic vorhat

Microsoft und Nvidia gaben am Dienstagmorgen einen Mega-Deal mit Anthropic bekannt. Microsoft wird 5 Milliarden US-Dollar in das Start-up investieren, während Nvidia 10 Milliarden US-Dollar beisteuern wird. Damit steigt die Bewertung von Anthropic auf rund 350 Milliarden US-Dollar, etwa doppelt so viel wie bei der letzten Finanzierungsrunde im September.

Beide Technologiekonzerne werden auch strategische Partnerschaften mit Anthropic eingehen. Anthropic hat sich verpflichtet, Rechenkapazitäten im Wert von 30 Milliarden Dollar von Microsoft Azure zu erwerben und zusätzliche Rechenkapazitäten von bis zu 1 Gigawatt zu beziehen, die von Nvidia-Chips stammen, nachdem zunächst 1 Gigawatt von Grace Blackwell und den kommenden Vera Rubin-Systemen zugesagt worden war. Die beiden Unternehmen werden auch zusammenarbeiten, um die Nvidia-Architektur für Anthropic-Workloads zu optimieren.

Was der Anthropic-Deal für Nvidia bedeutet

Mit der Investition und der Partnerschaft mit Anthropic bindet sich Nvidia an das zweitgrößte Start-up im Bereich generative KI und sichert sich damit gegen OpenAI ab. Microsoft tut übrigens genau das Gleiche.

Für Nvidia ist dies ein sinnvoller Schritt. Durch die Investition in diese Unternehmen sichert sich Nvidia eine Beteiligung und einen Platz am Verhandlungstisch. Durch die Partnerschaften sind die Start-ups noch stärker von Nvidia abhängig, was dem Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil verschafft, obwohl OpenAI auch einen Vertrag mit AMD unterzeichnet hat.

Der Bewertungssprung von Anthropic könnte die Befürchtungen einer Blase verstärken, aber das Start-up strebt bis Ende des Jahres einen Run-Rate-Umsatz von 9 Milliarden US-Dollar an und will seinen Run-Rate-Umsatz auf 26 Milliarden US-Dollar fast verdreifachen. Angesichts dieser Prognose ist es verständlich, warum Nvidia und Microsoft einen Anteil an Anthropic erwerben möchten.