Microsoft hat ein bedeutendes Musik-Upgrade veröffentlicht
Microsoft hat ein umfangreiches Update für Musiker veröffentlicht, die Windows 11 verwenden. Damit werden sowohl MIDI 1.0 als auch MIDI 2.0 durch die neu eingeführten Windows MIDI Services vollständig unterstützt.
Mit diesem Update bietet Windows erstmals einen einheitlichen MIDI-Stack, der sowohl den ursprünglichen Standard von 1983 als auch das moderne MIDI 2.0-Protokoll unterstützt.
Während MIDI Gelegenheitsnutzern vor allem durch alte „.mid”-Dateien bekannt ist, bleibt es für die Produktion elektronischer Musik unverzichtbar. Konkret unterstützt es alles von digitalen Instrumenten und Beat-Sequenzern bis hin zu Lichtsteuerung und Bühneneffekten.
Mit MIDI 2.0 unterstützt Windows 11 nun bidirektionale Kommunikation, automatische Geräteerkennung, Steuerelemente mit höherer Auflösung und eine deutlich schnellere Datenverarbeitung. Im Gegensatz zu MIDI 1.0, das viele Parameter auf Werte zwischen 0 und 127 beschränkte, hebt MIDI 2.0 diese Einschränkungen auf.
Darüber hinaus ermöglicht es eine Artikulation pro Note, verbesserte Ausdrucksmöglichkeiten und detailliertere Leistungsdaten.
Entscheidend ist, dass Microsoft MIDI 1.0 nicht abgeschafft hat. Stattdessen hat es die jahrzehntealte Windows-MIDI-Infrastruktur überarbeitet, um die Stabilität zu verbessern und gleichzeitig die Grundlage für neuere Geräte zu schaffen. Bestehende MIDI 1.0-Apps profitieren automatisch von dem Upgrade, ohne dass Updates erforderlich sind.
Eine der am häufigsten nachgefragten Neuerungen ist die Multi-Client-Unterstützung, die es nun mehreren Apps ermöglicht, dasselbe MIDI-Gerät gleichzeitig zu nutzen, wofür zuvor Treiber von Drittanbietern erforderlich waren. Windows 11 führt außerdem eine integrierte Loopback-Unterstützung ein. Dadurch können Apps MIDI-Daten nativ untereinander austauschen, auch über WebMIDI in Browsern.
Für Benutzer mit neuerer Hardware übersetzt das System automatisch zwischen MIDI 2.0 und MIDI 1.0. Das bedeutet, dass hochauflösende Geräte weiterhin nahtlos mit älterer Software zusammenarbeiten können. Das Update führt außerdem mikrosekundengenaue Zeitstempel und die planmäßige Zustellung von Nachrichten ein. Beides zielt darauf ab, das Timing für Aufnahmen und Live-Auftritte zu verbessern.
Unter der Haube hat Microsoft einen neuen USB-MIDI-2.0-Klassentreiber eingeführt. Gleichzeitig wird die Kompatibilität mit älteren Treibern beibehalten, um eine Unterbrechung der Konfigurationen zu vermeiden.
Windows MIDI Services wird schrittweise für unterstützte Windows 11-Versionen eingeführt. Weitere Tools, darunter eine neue MIDI-Einstellungs-App und ein SDK, werden in Kürze verfügbar sein.
Für Musiker und Produzenten ist dies ein unscheinbares, aber bedeutendes Update. Nach mehr als 40 Jahren MIDI-Entwicklung ist Windows 11 endlich sowohl für die Vergangenheit als auch für die Zukunft der digitalen Musikproduktion gerüstet.