MCP (Model Context Protocol)
In der sich schnell entwickelnden Welt der KI und großer Sprachmodelle besteht eine der größten Herausforderungen darin, diese leistungsstarken Modelle mit realen Daten und Tools zu verbinden. Hier kommt das Model Context Protocol (MCP) ins Spiel, das 2024 von Anthropic eingeführt wurde. Es handelt sich um einen bahnbrechenden offenen Standard, der die Interaktion von KI-Anwendungen mit externen Systemen verändert.
Was ist MCP?
MCP fungiert als Brücke zwischen KI-Modellen und den dafür erforderlichen Tools und ermöglicht so die Entwicklung hochentwickelter KI-Agenten, die nahtlos mit der Außenwelt interagieren können.
MCP macht KI vernetzter, leistungsfähiger und bereit für den Einsatz in Unternehmen, indem es Integrationssilos beseitigt und die Art und Weise standardisiert, wie Kontexte zwischen Modellen und externen Systemen ausgetauscht werden. Die wichtigsten Probleme, die MCP löst, sind:
Gemeinsame Sprache
- Vor MCP: Jedes Tool hatte seine eigene Art, mit KI-Modellen zu kommunizieren.
- Nach MCP: Alle Tools verwenden eine gemeinsame Sprache, was die Kommunikation vereinfacht.
Einfache Integration
- Vor MCP: Entwickler erstellten für jede App separate Konnektoren.
- Nach MCP: Eine Standardverbindung funktioniert für alle Tools.
Sicherer Tool-Zugriff
- Vor MCP: KI konnte nicht sicher auf externe Tools und Daten zugreifen.
- Nach MCP: KI kann viele Tools über ein Protokoll sicher nutzen.
Wiederverwendbare Tools
- Vor MCP: Tools funktionierten nur mit bestimmten Modellen.
- Nach MCP: Jedes MCP-Tool funktioniert mit jedem MCP-kompatiblen Modell.
Schnellere Innovation
- Vor MCP: Jeder erfand das Rad neu, was den Fortschritt verlangsamte.
- Nach MCP: Ein gemeinsamer Standard beschleunigt die Entwicklung und Innovation.
Wichtige Komponenten von MCP (Model Context Protocol)
1. MCP-Host
- Dies ist die KI-Anwendungs-/Agentenumgebung, in der die Benutzerinteraktion stattfindet (z. B. Claude Desktop, eine IDE oder eine Konversations-App).
- Der Host koordiniert mehrere Clients, verwaltet Workflows und entscheidet, wie und wann verschiedene MCP-Clients aufgerufen werden.
2. MCP-Client
Der MCP-Client arbeitet innerhalb der Host-Anwendung und verwaltet die Kommunikation mit MCP-Servern. Zu seinen Aufgaben gehören:
- Herstellen von Verbindungen zu den MCP-Servern
- Anfordern von Informationen über verfügbare Funktionen
- Er übersetzt die Absichten (oder „Anfragen”) des Modells in strukturierte MCP-Protokollnachrichten und leitet diese an den Server weiter.
- Verarbeiten und Interpretieren der zurückgegebenen Antworten
3. MCP-Server
Der MCP-Server stellt bestimmte Funktionen zur Verfügung und bietet Zugriff auf verschiedene Datenquellen und Tools. Jedes Tool (Datenbank, API, Dateisystem, CRM, E-Mail usw.) ist ein MCP-Server. Ein Server kann über mehrere Tools verfügen. Nachfolgend sind die Aufgaben des MCP-Servers aufgeführt.
- Er wartet auf eingehende Anfragen
- Er führt die Funktion aus oder ruft die Daten ab
- Er sendet strukturierte Ergebnisse an den Client zurück
Jeder Server stellt drei Hauptkategorien von Funktionen bereit:
- Tools: Funktionen, mit denen LLMs Aktionen ausführen können (z. B. eine Suche durchführen, eine API aufrufen)
- Ressourcen: Daten oder Inhalte, auf die das LLM zugreifen kann (Dokumente, Benutzerdaten, strukturierte Informationen)
- Prompts: Wiederverwendbare Vorlagen oder Workflows, die die Generierung bestimmter Ausgaben steuern
4. Protokoll
- MCP definiert eine Datenschicht unter Verwendung von JSON-RPC 2.0 für die Kommunikation zwischen Clients und Servern.
- Es definiert Nachrichtentypen, Semantik und Primitive für „Tools”, „Ressourcen”, „Prompts” und Benachrichtigungen.
- Lebenszyklusmanagement: MCP übernimmt die Einrichtung der Verbindung, die Verhandlung der Funktionen (d. h. die Ermittlung der vom Server unterstützten Funktionen) und die saubere Beendigung.
- Sicherheit: Verwendet häufig OAuth (oder eine andere Authentifizierung) zur Autorisierung von Client-Server-Interaktionen.
5. Transportschicht
Abstrahiert, wie Nachrichten gesendet werden. MCP unterstützt verschiedene Transportmechanismen.
Zwei gängige Transportmechanismen:
- STDIO: (Standard Input/Output) für lokale, synchrone Einrichtung (z. B. wenn der Server lokal läuft).
- Server-Sent Events (SSE): für Remote-Server, ermöglicht Streaming oder Echtzeit-Updates.
Stand: 22.12.2025