Microsoft tritt mit eigenen KI-Modellen gegen Google und OpenAI an
Microsoft liefert seit kurzem seine eigenen KI-Modelle aus und nimmt damit OpenAI und Google ins Visier. Das Unternehmen hat drei proprietäre Modelle veröffentlicht: MAI-Transcribe-1, MAI-Voice-1 und MAI-Image-2. Die Modelle sind über die Microsoft Foundry-Plattform und den MAI Playground verfügbar.
Aber was können die KI-Modelle von Microsoft eigentlich?
Das Trio deckt eine Vielzahl von Anwendungsfällen ab: Hören, Sprechen und Sehen. MAI-Transcribe-1 beispielsweise verarbeitet Sprach-zu-Text in 25 Sprachen und ist 2,5-mal schneller als Microsofts eigenes Azure Fast-Angebot. Erwähnenswert ist, dass das Audiomodell von einem 10-köpfigen Team entwickelt wurde.
MAI-Voice-1 kann in nur einer Sekunde 60 Sekunden natürlich klingendes Audiomaterial produzieren. Es unterstützt zudem die Erstellung individueller Stimmen anhand eines kurzen Audioclips. MAI-Image-2 hat sich unterdessen bereits einen Platz unter den Top 3 der Arena.ai-Rangliste für Bildgenerierung gesichert. Die Einführung in Bing und PowerPoint ist derzeit im Gange.
All dies ist jedoch nicht über Nacht geschehen. Bis Oktober 2025 war das Unternehmen vertraglich daran gehindert, eine eigene bahnbrechende KI zu entwickeln – und zwar durch niemand Geringeren als OpenAI. Beide Unternehmen unterzeichneten 2019 einen Vertrag, der Microsoft eine Lizenz für die Modelle von OpenAI gewährte, im Gegenzug für die Bereitstellung der Cloud-Infrastruktur von OpenAI.
Ist Microsoft bereit, die Verbindung zu OpenAI zu kappen?
Der Vertrag verbot Microsoft jedoch auch, eigene KI-Modelle zu entwickeln. Sobald sich dies änderte, veröffentlichte Microsoft seine eigenen KI-Modelle, die hinter den Kulissen Copilot und Teams unterstützten. Die Modelle stehen allen Entwicklern auf Foundry zur Verfügung.
Das ist noch nicht der Fall. Mustafa Suleyman, CEO von Microsoft AI, hat das Bekenntnis des Unternehmens zur Partnerschaft mit OpenAI bekräftigt, auch wenn diese Modelle darauf hindeuten, dass sich eine parallele Strategie abzeichnet. Auch die Preisgestaltung ist sehr attraktiv. Alle drei Modelle liegen preislich unter den vergleichbaren Angeboten von Amazon und Google.
Sollten sich diese Modelle bewähren, könnte die MAI-Familie still und leise zum Rückgrat des gesamten KI-Produktportfolios von Microsoft werden.