Europa löst sich nun endgültig von den großen US-Technologieunternehmen

Jahrelang haben wir in der EU fast alles auf amerikanischer Technologie aufgebaut. Microsoft steuert unsere Büros. Amazon betreibt unsere Infrastruktur. Google regelt unsere Kommunikation. Apple und Google betreiben unsere Smartphones.

Es hat gut funktioniert undwar bequem.

Doch seit Trump hinterfragen viele in Europa diese Bequemlichkeit und diese Abhängigkeit. Und zwar nicht nur Technologie-Firmen und der öffentliche Sektor. Mutzer wechseln von Microsoft oder Apple zu Linux. Sie wechseln die Serverinfrastruktur oder das Webhosting. und vieles mehr.

Nicht, weil amerikanische Technologie schlecht ist. Sondern weil Abhängigkeit in diesen Zeiten immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist.

Europa investiert massiv, um die Abhängigkeit zu verringern

In den letzten Jahren hat die EU begonnen, Milliarden in ihre eigene digitale Infrastruktur zu investieren. Und das sollte nur der Anfang sein.

Dazu gehören Halbleiter, Cloud-Infrastruktur, Technologie im öffentlichen Sektor und in Europa entwickelte KI-Systeme. Das Ziel ist nicht, US-Unternehmen vollständig zu ersetzen. Das wäre unrealistisch. Aber starke Alternativen zu haben, die im kommenden Jahrzehnt weiter wachsen.

Europa will mehr Chips vor Ort produzieren, anstatt sich vollständig auf Asien und die USA zu verlassen. Ein kluger Schachzug. Chips sind die Grundlage für alles Digitale. Ohne sie gibt es keine Cloud, keine KI, keine moderne Wirtschaft.

Gleichzeitig investiert Europa massiv in eine souveräne Cloud-Infrastruktur. Europäische Cloud-Anbieter, europäische Rechenzentren, europäische Kontrolle.

Für den privaten Gebrauch ist die Nutzung von US-Technologie völlig in Ordnung. Aber kritische Infrastruktur sollte und darf nicht vollständig von ausländischen Unternehmen abhängig sein.

Digitale Souveränität ist hier das Schlagwort. Die Kontrolle über die eigene digitale Grundlage zu haben.

Die interessantesten Veränderungen finden in den Regierungen statt

In Schleswig-Holstein, dem nördlichsten Bundesland Deutschlands, wendet sich die Regierung aktiv von Microsoft und anderer proprietärer Software ab.

Das Ziel ist es, den öffentlichen Sektor mit Open-Source-Software zu betreiben. Das klingt nicht nur schwierig, sondern es ist es auch. Aber Schleswig-Holstein ist tatsächlich auf einem guten Weg.

Linux statt Windows. LibreOffice statt Microsoft Office. Nextcloud statt OneDrive.

Die Umstellung kostet Geld und Zeit, aber es hat gleich mehrere Vorteile. Letztendlich geringere Kosten. Die Regierung gibt allein für Microsoft-Lizenzen Hunderte Millionen aus. Zudem mehr Kontrolle. Weniger Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. Und vor allem die Möglichkeit, vollständig zu kontrollieren, wo Daten gespeichert sind und wie Systeme funktionieren.

Österreich beobachtet diesen Übergang genau. Frankreich hat in Teilen seiner öffentlichen Verwaltung ähnliche Experimente durchgeführt.

Sobald eine Regierung beweist, dass dies in großem Maßstab funktioniert, werden andere folgen. So haben auch die großen US-Tech-Unternehmen angefangen.

Die Cloud ist das eigentliche Schlachtfeld

Betriebssysteme sind nur ein Teil der Geschichte. Tatsächlich ein relativ einfacher. Linux-Distributionen sind mittlerweile wirklich gut, und einige Distributionen werden sogar komplett in Deutschland entwickelt und verwaltet. Sie sind robust, nicht AI-first und Open Source. Genau das, was man sich für den öffentlichen Sektor wünscht.

Die Cloud-Infrastruktur ist jedoch das größere Problem.

Die meisten europäischen Unternehmen verlassen sich heute auf Amazon Web Services, Microsoft Azure oder Google Cloud. Viele europäische Start-ups nutzen sie standardmäßig.

Das macht Sinn, denn sie sind zuverlässig und Ausgereift. Aber es schafft auch immer mehr Abhängigkeit.

Wenn unsere gesamte Infrastruktur auf einer ausländischen Plattform läuft, haben wir keine Kontrolle darüber. Selbst wenn sich die Server physisch in Europa befinden.

Deshalb investiert Europa massiv in souveräne Cloud-Alternativen, mehr Rechenzentren in Europa und mehr Infrastruktur.

Projekte, die sicherstellen, dass europäische Daten unter europäischer Kontrolle bleiben, europäischem Recht unterliegen und von europäischen Unternehmen betrieben werden.

Open Source spielt bei diesem Wandel eine große Rolle

Open Source bedeutet nicht kostenlos oder billig oder "schlechter als Closed Source".

Linux, LibreOffice, Nextcloud und viele andere Tools ermöglichen es Organisationen, zu arbeiten, ohne in proprietäre Ökosysteme eingebunden zu sein. Die Software kann anpassen werden. Sie kann selbst gehostet und kontrolliert werden.

Europa versucht nicht, US-Technologie vollständig zu ersetzen

Das ist nicht das Ziel. Schließlich sind Bündnisse und internationale Unterstützung ebenfalls wichtig.

US-Technologieunternehmen werden in allen Bereichen weiterhin wichtige Partner bleiben. Ihre Produkte sind hervorragend. Sie haben die moderne Datenverarbeitung geprägt.

Dieser Wandel wird wahrscheinlich Jahrzehnte dauern

Infrastruktur verändert sich langsam. Vor allem auf Regierungsebene.

Aber die Richtung ist vorgegeben. Europa investiert in Chips, in Cloud-Infrastruktur, in Open Source, in KI. In sein eigenes digitales Ökosystem.  Es zeigt, dass es Alternativen gibt und dass Unabhängigkeit möglich ist.

Vor fünf Jahren hatte das überhaupt keine Priorität. Heutzutage schon.