EU ermittelt gegen Microsofts Bing wegen KI-Halluzinationen und Deepfakes

Die Europäische Union (EU) könnte gegen Microsoft eine Geldstrafe in Höhe von 2 Milliarden Dollar verhängen, weil das Unternehmen es versäumt hat, KI-Halluzinationen und Deepfakes in seiner Suchmaschine Bing zu verhindern.

In einer kürzlich abgegebenen Erklärung erklärte die Europäische Kommission, dass sie ihre im März begonnenen Durchsetzungsmaßnahmen gegen den Technologiekonzern verstärken werde. Damals hatte die Kommission Informationen darüber angefordert, wie Microsoft systemische Risiken durch die KI-Funktionen in Bing erkennt und verhindert. Sie richtete ähnliche Anfragen auch an andere Technologieunternehmen, darunter TikTok, X, Meta und Google.

Laut dem ersten Entwurf der jüngsten Erklärung der Kommission hat Microsoft jedoch einige der angeforderten Dokumente nicht vorgelegt.

Die Kommission revidierte die Erklärung wenige Stunden nach der Veröffentlichung, ließ den Vorwurf weg und behauptete, dass sie lediglich die Durchsetzung "nach einem ersten Auskunftsersuchen" verschärft habe.

Nach dem Digital Services Act (DSA) kann die Nichtkooperation mit der Aufsichtsbehörde zu Geldstrafen von bis zu 6 % des weltweiten Gesamtumsatzes führen. Da Microsoft jedoch die meisten Dokumente im Rahmen des Auskunftsersuchens zur Verfügung gestellt hat, würde die Strafe höchstens 1 % betragen. Dennoch wäre dies eine enorme Summe, da das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023 einen weltweiten Umsatz von über 210 Mrd. USD erzielte.

Im Rahmen der vorliegenden Anfrage konzentriert sich die Kommission auf die von der KI ausgehenden Risiken, insbesondere auf die Themen "Copilot in Bing" und "Image Creator by Designer". Es besteht der Verdacht, dass Bing mit KI-Risiken wie Halluzinationen, Verbreitung von Deepfakes und Wählermanipulationen gegen den DSA verstoßen haben könnte.

Ein Microsoft-Sprecher wies die Vorwürfe zurück, das Redmonder Unternehmen habe nicht mit der Aufsichtsbehörde zusammengearbeitet, und sagte:

Wir haben im Rahmen des freiwilligen Auskunftsersuchens vollständig mit der Europäischen Kommission kooperiert und sind weiterhin entschlossen, ihre Fragen zu beantworten und mehr über unseren Ansatz zur digitalen Sicherheit und die Einhaltung des DSA zu erzählen.

Das Unternehmen ließ eine Erklärung folgen, in der es angab, dass es die Sicherheitsvorkehrungen zur Verhinderung von Wahlmanipulationen im Vorfeld der US-Wahlen verstärkt habe. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit anderen Technologieunternehmen im Rahmen des "Tech Accord to Combat Deceptive Use of AI in 2024 Elections".

Microsoft ist einer der weltweit führenden Anbieter im KI-Sektor und hat es mit einer Marktkapitalisierung von 3 Billionen Dollar zum größten Unternehmen der Welt gebracht. Auf der anderen Seite macht dies das Unternehmen zu einer der größten Zielscheiben für die Regulierungsbehörden, insbesondere in Europa, das bei der Bekämpfung von Big Tech eine Vorreiterrolle spielt.